6 Tage Wandern in der Eifel und an der Mosel

**Die Links  zu den einzelnen Tageswanderungen sind am Ende des Textes zu finden**

Ich musste einfach raus, der Urlaub stand an und so plante ich eine mehrtägige Wanderung in der Eifel. geplant waren 8 Tage und rund 300 km Strecke. Diese sollte zunächst über den Mosel Our Weg von Alf bis nach Luxemburg, danach den Matthiasweg von Gemünd nach Trier, weiter über den Ville Eifel Weg von Trier nach Manderscheid, danach den Lieserpfad von Manderscheid nach Lieser gehen. Dann irgendwie zurück nach Alf.
So war der Plan. Strammes Programm, aber machbar dachte ich. Schließlich hatte ich ja auch 300 km auf dem Moselsteig in 7 Tagen gelaufen.

Demnach hatte ich viel Zeugs eingepackt in den gr0ßen Rucksack. Angefangen von 8 Hauptmahlzeiten (Trekkingnahrung von Travellunch und Trek`n Eat), über Brot und Aufschnitt, diverse Kochutensilien, Akkus, Wechselsachen, Wasser, Wasserfilter, sogar eine Mavic Mini hatte ich dabei, Schlafsack, Luftmatratze,Isomatte, natürlich mein Diabeteszeugs und Zucker in Form von Gummibärchen, Jelly Beans und Energiegels und Wechselsandalen. Auf dem Bild kann man sehen was ich so eingepackt habe. Ein paar Kleinigkeiten habe ich noch aussortiert weil es nicht mehr in den Rucksack passte. Der gepackte Rucksack sah dann so aus wie zu sehen. Blöderweise hatte der nun 19 kg Marschgewicht. Aber was will man machen wenn man 8 Tage allein unterwegs ist und alles mitschleppen muss, was man zum Leben braucht. Aus der Erfahrung früherer Wanderungen an der Mosel wusste ich ja, dass Einkaufen nicht überall möglich ist, weil es schlicht keine Geschäfte gibt. Selbst Tankstellen sind Mangelware dort.
ein Zelt hatte ich nicht mit, es gibt ja genügend Schutzhütten in denen man wunderbar eine Nacht verbringen kann.

Alles war gepackt, die nötigen Tracks auf dem Garmin Navigationsgerät geladen und so ging es Sonntag morgen ganz früh Richtung Alf. Gegen 8 Uhr kam ich in Alf an und fand im Ort auch sofort einen Parkplatz für die nächsten Tage.
Einen Regenschauer habe ich noch abgewartet und um 9:30 Uhr machte ich mich auf zum Abenteuer Eifel.

Das die Wanderung schließlich einen anderen Verlauf nehmen würde wie zunächst geplant, wusste ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht.
Nach zwei Tagen habe ich zum ersten Mal ungeplant. Den Matthiasweg bin ich nicht bis nach Vianden in Luxemburg gelaufen (die letzten 5 km hätte ich eh nicht wandern können, da Luxemburg Corona Risikogebiet in dem Moment war) sondern nur bis kurz vor Kyllburg. Dann bin ich auf den Felsenweg abgebogen, der nach Trier führt. Ich war mit dem schweren Rucksack einfach zu langsam unterwegs, so das ich abgekürzt habe.
Nach einem Tag auf dem Felsenweg wechselte ich noch einmal die Strecke und lief auf dem Eifelsteig von der Deimlinger Mühle nach Trier. Es stellte sich heraus das ich auch dem Felsenweg hätte folgen können, der verläuft zu 95 % auf gleicher Route.
In Trier beschloss ich dann, nicht mehr das Vorhaben zu verfolgen die oben genannte Strecke abzuwandern, sondern mich per Zug zurück nach Bullay bringen zu lassen und nach 3 km Strecke wieder am Auto zu sein. Es machte einfach keinen Spaß mit den schweren Rucksack weiter zu laufen.
Auf der Zugfahrt überlegte ich dann was ich als nächstes mache. Zurück nach Hause war keine Option. Also beschloss ich statt der Streckenwanderung nun einfach Traumschleifen im Moseltal zu wandern. Da konnte ich mit leichtem Gepäck unterwegs sein und den Rest der Sachen einfach im Auto lassen.Ein guter Plan fand ich.

Hatzenport bei Nacht

Ich suchte mir einen Park- und Schlafmöglichkeit in Bremm, den das erste Vorhaben war der Calmont Klettersteig. Teile davon bin ich schon bei früheren Wanderungen auf dem Moselsteig gelaufen, allerdings noch nie komplett.
Nachmittags habe ich mich dann auf den Weg nach Mörsdorf im Hundsrück gemacht um die Geierlay Hängebrücke zu besichtigen.
Im Anschluss fuhr ich zurück an die Mosel und habe in Hatzenport eine Park und Schlafmöglichkeit gefunden. Denn den Hatzenporter Laysteig wollte ich wandern. Nachmittags wechselte ich die Moselseite und wanderte noch den Bergschluchtenpfad Ehrenburg.

Da war es bereits Freitag früher Abend als ich die beiden Wanderungen beendet hatte und ich versuchte wieder einen Schlafplatz in Hatzenport zu finden. Freitagabend bei Traumwetter und über 30 Grad war das jedoch nicht Möglich, weil natürlich viele Menschen das Wetter ausnutzten und den Abend am Moselufer verbrachten. Dazu kamen dann noch die Wochenendurlauber. Mir wurde das zu wuselig und beschloss dann um 20 Uhr abzubrechen und mich auf den Weg nach Hause zu machen. So bleiben dann auch noch genügend Wanderwege für weitere (Kurz-) Urlaube an der Mosel.

Zudem hatte ich ja auch schon 200 km mit 5.600 Höhenmeter hinter mich gebracht, was mich vollkommen zufrieden stellte. 6 Tage war ich in der freien Natur unterwegs gewesen, in Schutzhütten und unter freiem Himmel übernachtet. 6 Tage natürlich nicht geduscht, statt dessen die wenigen Gelegenheiten genutzt um den gröbsten Dreck in der Mosel oder irgendwelchen Bächen abzuwaschen. wie man nach 6 Tagen in der freien Natur ohne richtige Waschmöglichkeit bei Temperaturen bis zu 34 Grad aussieht, kann sich jeder denken 😉
Mir ist sowas ja vollkommen egal, ich bin ja alleine unterwegs. Alle anderen halten dann automatisch den nötigen Covid 19- Sicherheitsabstand ein.

Gab es auch etwas was nervte? Klar, in den ersten 3 Tagen die Massen von Zecken. Kein Stück Wiese oder etwas zugewachsene Wanderwege ohne das man danach viele von den Viechern am Bein hatte. Bei jeder Gründurchschreitung musste man eben schauen ob man wieder welche an den Beinen hatte und diese dann sofort entfernen, bevor sie einen stechen. Rund 20 Stück musste ich dennoch mit den Zeckenkarte entfernen. Also eine solche Karte oder Pinzette ist mit das wichtigste Utensil was man in der Eifel dabei haben muss.

Fehlende Schutzhütten sind auch ärgerlich. Da ich mich ja zuerst nur auf den Hauptwanderwegen des Eifelverein bewegte war ich erstaunt darüber, wie wenige Schutzhütten es dort gibt.

Funklöcher: es gibt dort viele Funklöcher. Klar, ist halt Eifel und in diverse Täler kommt hat kein Mobilfunksignal an. An sich ja auch nicht das größte Problem. Für mich jedoch schon, denn ich bin ja Typ 1 Diabetiker. Sollte es mal zu einem diabetischen Notfall kommen, kann es sein das ich keine Hilfe holen könnte, bzw auch nicht geortet werden kann von Zuhause aus durch meine Frau. In der Regel ist es auch so das ich mich Abends vom Schlafplatz aus kurz bei ihr melde und auch am morgen, dass sie weiß das alles in Ordnung ist. Demnach braucht der Schlafplatz Mobilfunkverbindung. Das war aus meiner Sicht leider nicht immer gegeben, ich allerdings der Gegend auch nicht anlasten kann und will. Es gäbe ja auch technische Lösungen für sowas (z.B. inReach® Geräte von Garmin)

So, ich möchte den Einleitungsartikel auch nicht zu lang werden lassen. Hier die Links zu den einzelnen Tageswanderungen (grün unterlegt die fertigen Texte):

Tag 1
Mosel Our Weg von Alf bis kurz vor Laufeld (36,5 km und 1.071 Höhenmeter)

Tag 2
Mosel Our Weg von Laufeld bis kurz vor Kyllburg (36,5 km und 862 Höhenmeter)

Tag 3
Felsenweg von Kyllburg bis zur Deimlinger Mühle (44 km und 751 Höhenmeter)

Tag 4
Eifelsteig von der Deimlinger Mühle bis Trier (30 km mit 835 Höhenmeter)

Tag 5 Morgens
Calmont Klettersteig (9,6 km mit 600 Höhenmeter)

Tag 5 Nachmittags
Geierlay und Geierlayschleife (9,4 km mit 249 Höhenmeter)

Tag 6 Morgens
Hatzenporter Laysteig (13,7 km und 455 Höhenmeter)

Tag 6 Nachmittags
Bergschluchtenpfad Ehrenburg (20 km und 776 Höhenmeter)

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