Wozu Wanderschuhe?

Wenn man in diversen Wanderforen, Wandergruppen bei Facebook, im Servicebereich einiger Outdoorhändler oder auch auf Wanderblogs liest, trifft man immer wieder auf die Frage welche Wanderschuhe gekauft werden sollen. Einhergehend fast immer mit Erfahrungen mit Modell XY von dem man Blasen bekommen hat, die hier und da drücken, die nicht wasserfest sind obwohl so angegeben usw. Und auch dann die Frage welches Model man statt dessen wählen soll weil man mit dem eigenen Schuh schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Dazu dann noch die Hinweise man habe breite, schmale und was weiß ich was für Füße und sucht dafür das passende Modell.
Oder es wird erwähnt welchen Wanderweg man gehen möchte und sucht dafür das passende Modell.

Dann kommen die ganzen Ratschläge was denn nun der perfekte Wanderschuh für die jeweilige Situation ist. Es müsste ein hoher Schaft sein, ein Mittlerer oder Halbschuh reicht. Goretex ist anscheinend fast immer ein Muss und Hersteller X ist sowieso besser als Y und Z ist sowieso das Nonplusultra. Und natürlich unter 200 € geht gar nichts.

Klar, ist etwas überspitzt formuliert, jedoch schon nah an der Realität.

Mal ehrlich, muss das sein?
Ich finde nein. Früher habe ich auch noch sowas geschaut, bei Wanderschuhen weniger, bei Laufschuhen dafür umso mehr. Da geht es auch darum einen Schuh zu finden der Leicht, schnell und auch noch vor Verletzungen schützen soll.
Was das Wandern angeht bin ich dann meist bei Trailrunning Schuhen angelangt welche ich dann für das Wandern genutzt habe. Meinen letzten echten Wanderschuh habe ich vor mindestens 25 Jahren gekauft. Da war ich auch der Meinung nur mit einem echten, stabilen und meist auch noch schweren Wanderschuh darf man in die Berge oder auch nur einfaches Wandern.

Schaut man sich dann beim wandern mal um und achtet ein wenig auf das Schuhwerk der anderen Wanderer, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da werden bei 30 Grad Temperatur hohe Goretex Wanderstiefel getragen.
Beim diversen Ultrawanderungen hat man das Gefühl als sei es ein Schaulaufen der Spitzenmodelle aller Hersteller von Rang und Namen.
Beim Little Mammut Ruhr, dessen größte Schwierigkeit ist zwei Halden über breite Wirtschaftswege zu überqueren, laufen Wanderer mit Schuhen herum, die man eher auf 3.000 Meter Höhe erwarten würde.
Im Siebengebirge, auf dem Moselsteig, Rotweinwanderweg usw wo ich unterwegs war das selbe Spiel. Die getragenen Schuhe anderer Wanderer erinnern einen an einen Porsche Macan in der Großstadt. Vollkommen überflüssig und fehl am Platz.

Natürlich gibt es genügend Situationen und auch Wanderrouten bei denen der richtige Schuh absolut notwenig ist. Hat man Schnee, Geröll, sehr tiefe Temperaturen, muss man eventuell Steigeisen nutzen oder will man Klettersteige C, D und E gehen braucht man entsprechendes Schuhwerk. Da gibt es auch nichts dran zu rütteln.
Ich würde jetzt einfach mal behaupten das auf mindestens 85 % der gewanderten Wege sowas aber nicht gebraucht wird. Im Flachland gar nicht, in den Mittelgebirgen auch sehr selten und auf den allermeisten Premiumwanderwegen wohl erst recht nicht.

Ich für mich bin irgendwann zu der Entscheidung gekommen, das Laufsandalen und Minimalschuhe in unterschiedlichen Ausführungen vollkommen ausreichen.
Ich trage diese Schuhe beim Wandern, beim Joggen, bei Ultrawanderungen, Waldläufen und auch einfach so in der Freizeit. Wann immer es geht meide ich Schuhe.
Ich besitze aber auch noch zwei Paar Trailrunningschuhe, die ich jedoch äußerst selten trage.

Die oben auf dem Bild zu sehenden Minimalschuhe und Laufsandalen haben mittlerweile über 3.500 km auf dem Buckel.
Zu sehen sind dort:
Luna Sandals Mono 2.0 Classic
Luna Sandals Venado 2.0
Luna Sandals Oso Flaco Classic
aborigen Sandals – Huarache Totem V1
Merrell Trail Glove 5 3D
Skinners Socks
Chala Evo 5.0 XRD (Ersteindruck)
VIBRAM FiveFingers Spyridon MR VIBRAM FiveFingers Spyridon MR

Nach und nach werde ich einen Bericht über das jeweilige Modell schreiben.
Sobald der Name des Minimalschuh/ der Laufsandale mit einem Link hinterlegt ist (erscheint dann grün) findet man dort den Erfahrungsbericht.