Langzeiterfahrungsbericht: Lunasandals Mono 2.0

Vor einiger Zeit (Ende 2016, Anfang 2017 müsste es gewesen sein) beschloss ich, den „normalen“ Wanderschuhen und Laufschuhen den Rücken zu kehren und wann immer es geht in Sandalen unterwegs zu sein. Grund dafür waren die Probleme die ich beim Laufen hatte. Zum einen Blasenbildung bis hin zu den üblichen Problemen wie muffige Füße.

Da kam ich zum ersten Mal mit den Lunasandals in Berührung. Vorher hatte ich noch die Vibram Fivefingers ausprobiert, welche mich aber noch nicht ganz überzeugt hatten.
Natürlich habe ich auch „Born to Run“ gelesen. Im Anschluss an die Lektüre kaufte ich ein Paar Lunasandals Mono 2.0.

Das erste Paar dieser Sandalen habe ich mir 2017 zugelegt. Und es war eine riesige Umstellung für mich, denn bis dahin war ich der Meinung das Füße in Socken und in Schuhe gehören. Noch nichtmal im Sommer trug ich irgendwelche Sandalen.
Daher war es komisch für mich, mit „nackten“ Füßen durch die Gegend zu laufen.

Die Krümmung ergibt sich nach längerem Gebrauch. Das ist normal, weil sich die Sandale an den Fuß anpasst

Wer neu mit den Lunas unterwegs ist, braucht einige Zeit bis er die richtige Einstellung der Bänder gefunden hat. Mal sitzen sie zu locker, dann wieder zu fest. Oder der Fuß steht zu weit am Rand auf der Sandale. Wenn man sie allerdings oft trägt, am besten in der Freizeit denn da kann man besser nachjustieren als wenn man sie direkt auf längeren Strecken trägt, findet man innerhalb einer Woche die richtige Einstellung.
Und wenn sie einmal eingestellt sind, will man sie am liebsten gar nicht mehr ausziehen.
Aber Vorsicht, die Distanzen behutsam steigern wenn man das Laufen in Minimalschuhen nicht gewohnt ist. Minimalschuhe sowie auch die Lunas haben keine Sprengung, das heißt sie sind komplett flach. Daran müssen sich Bewegungsapparat und Muskeln erst gewöhnen.

Bei meinen ersten Mono 2.0 war ich etwas enttäuscht. Hatte ich doch gelesen das diese ohne Probleme 1.500 km und mehr halten sollen. Das war bei mir nicht der Fall. An der Ferse zeichnete sich relativ schnell Abnutzung ab.
Das liegt auch daran, dass die Mono etwas weicher ist was die Sohle anbelangt. Der Sohlenkörper hat eine Höhe von 11 mm, hinzu kommen 4 mm Profil. Genau darin liegt meiner Meinung nach der Vorteil der Mono als erste Laufsandale. Sie polstert mehr als andere Laufsandalen und verzeiht daher auch mal den einen oder anderen Fehltritt auf Steinen oder Kies.
Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich sowieso den Mittel- bzw Vorderfußlauf an. Dann federn die Füße, oder besser gesagt die Fußmuskulatur, die Schritte besser ab und das Laufen auf Kies und Schotter ist kein Problem mehr.
Da ich am Anfang auch noch starker Fersenläufer war, resultierte daraus auch die Abnutzung an der Ferse. Die Sohle des zweiten Paar, welches ich 2018 gekauft hatte, sieht deutlich besser aus obwohl sie auch schon mehr als 700 km auf dem Buckel hat.

Lunasandals Mono 2.0

Die Lunasandals Mono 2.0 ist meine erste Wahl wenn es in anspruchsvollerem Gelände auf Wanderung geht. Wenn die Wege steiniger sind, Grippe verlangt wird, dann nehme ich die Mono 2.0. Auch wenn der Rucksack schwerer ist, ab 15 kg aufwärts, ist diese Sandale die bessere Wahl gegenüber Sandalen mit dünnerer Sohle.
Mittlerweile laufe ich in den Sandalen ohne Probleme bis zu 50 km am Tag mit vollem Gepäck.
Hat man schon mehrere hundert Kilometer an Sandalen gelaufen und die nötige Lauftechnik und Fußmuskulatur aufgebaut, sind auch Klettersteige der Kategorie A und B möglich. Da muss man aber schon wissen was man macht, dies soll absolut keine Empfehlung sein, dies machen zu müssen.

Für mich ist die Mono 2.0 der perfekte Allrounder unter den Laufsandalen. Ob Straße, Waldwege, im Gelände oder auch für Laufeinheiten (statt Laufschuhe) ist alles damit möglich. Mit einem Gewicht von 330 g pro Paar sind sie angenehm leicht am Fuß.

Der Preis der Sandale liegt derzeit bei rund 110 €. Es gibt zwei Varianten, einmal die Classic (welche ich trage) und die Winged Variante. Letztere hat zwei Flügel aus elastischem Kunststoff durch die das Band gezogen ist und noch besseren Halt verspricht. Bei der Classic sind die Bänder durch die Sohle gezogen. Da ich die Winged Version noch nicht gelaufen bin, kann ich dazu kein Urteil abgeben.
Da Lunasandals kein Massenprodukt sind kann es durchaus vorkommen, das die gängigen Größen ausverkauft sind.

Apropos Größen: Lunas bestellt man nicht nach Schuhgröße. Man muss die Länge des Fußes messen (beide fuße, denn meist sind die Füße unterschiedlich lang) und anhand der Fußlänge die richtige Größe bestellen.
Zum Teil gibt es auch Druckvorlagen die man ausdrucken muss, sich auf diesen Ausdruck stellen und dann erkennen kann, ob die ausgewählte Größe passt. Das erleichtert die Ermittlung der richtigen Größe ungemein.

Mit den beiden Sandalenpaaren der Mono 2.0 bin ich jetzt über 2000 km unterwegs gewesen. Das aktuell getragene Paar welches man auf den Bildern sieht, hat jetzt rund 700 km auf dem Buckel.
Damit war ich unter anderem auch auf dem Rotweinwanderweg unterwegs gewesen und auch die beiden anderen Wandertouren im Ahrtal habe ich darin absolviert.

2 Gedanken zu „Langzeiterfahrungsbericht: Lunasandals Mono 2.0

  • 12. Juni 2020 um 19:40
    Permalink

    Sehr gut beschrieben, bin zwar mit DIY Sandalen unterwegs, aber kann da bei allen Punkten nur Zustimmen.

    Antwort
    • 13. Juni 2020 um 8:44
      Permalink

      Das ist schon erstaunlich was man mit Laufsandalen alles machen kann.
      Ich habe ja noch andere Modelle, zu denen ich auch noch Berichte schrieben werde.

      Antwort

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